07.09.2009 13:17
Fondsligisten, Deka, Intern, Fondsporträt

Deka Global Champions: Die Guten ins Töpfchen

Wenn es darum geht, Unternehmen für seinen Aktienfonds auszuwählen, packt Deka-Manager Mario Adorf die Sache an wie ein Regisseur klassischer Wildwestfilme: Auf der einen Seite stehen die Guten, auf der anderen Seite die Bösen, und dazwischen gibt es kaum etwas. Die Guten, das sind Firmen, die den nach Lesart der Sparkassentochter erst am Anfang stehenden Megatrend Globalisierung in irgendeiner Weise für sich zu nutzen verstehen. Die Bösen dagegen verschlafen diesen Trend und werden dafür mit sinkenden Erträgen und fallenden Aktienkursen bestraft. Logisch, dass Adorf mit dieser Spezies möglichst wenig zu tun haben möchte.

Eine Mischung aus Global Playern und Nischenanbietern

Dabei existieren für die Guten vielfältige Möglichkeiten, auf sich aufmerksam zu machen. "Manche Unternehmen suchen die Kompetenz neuer Zulieferer, andere wiederum errichten Produktionsstätten in künftigen Absatzmärkten und nutzen dabei auch die Vorteile internationaler Lohnkostenunterschiede", sagt Adorf. Aus welchem Land oder welcher Branche ein potenzieller Gewinner kommt, spielt deshalb für den Deka-Manager auch zunächst einmal keine Rolle, ebenso wenig wie die Zugehörigkeit zum Lager der Wachstums- oder Substanzwerte und die Größe. Global Player wie Exxon Mobile, Microsoft, Procter & Gamble oder Coca-Cola sind deshalb im normalerweise 50 bis 60 Einzeltitel umfassenden Portfolio ebenso zu finden wie relativ unbekannte Nischenanbieter aus Schwellenländern. Kaum eine Chance haben dagegen rein regional ausgerichtete Unternehmen wie lokale Energieversorger oder Telekom-Festnetzbetreiber.

Die nicht ganz alltägliche Ausrichtung des Deka Global Champions spiegelt sich auch in seiner Benchmark wider: Sie besteht zu 80 Prozent aus dem Dow Jones Global Titans und zu 20 Prozent aus dem Dow Jones Bric 50.  Unternehmen aus Brasilien, Russland, Indien und China sind deshalb fester Bestandteil des Portfolios und machen zusammen mit anderen Schwellenländerbeteiligungen mitunter bis zu einem Drittel des Fondsvermögens aus. Streng genommen ist dieser Anteil jedoch noch größer, wie Adorf betont: "Einige von uns gehaltene Aktien sind zwar an einer der etablierten Börsen gelistet, tätigen aber 80 bis 90 Prozent ihres Umsatzes in den Schwellenländern."

Nur wenige deutsche Globalisierungsgewinner im Portfolio

Insgesamt wählt Adorf seine Beteiligungen aus einem Universum von 3.000 beobachteten Einzelwerten aus. In einem ersten Schritt filtert er dabei Unternehmen heraus, welche aufgrund ihrer Marktstellung und ihrer Ertragskraft das Globalisierungskriterium erfüllen. Am Ende des zweiten Schritts stehen dann jene Titel mit den relativ günstigsten Bewertungen beziehungsweise Wachstumsaussichten, die den Weg ins Portfolio finden.  Deutsche Unternehmen machten dabei in der Vergangenhet weniger als 3 Prozent des Fondsvermögens aus, während der US-Anteil kontinuierlich über 30 Prozent lag. Daraus entstehende Fremdwährungsrisiken sichert Adorf teilweise ab.