28.08.2009 17:09
Fondsligisten, DWS, Intern, Fondsporträt

DWS Intervest: Ein Klassiker kommt in Fahrt

1959 – das Jahr, in dem Fidel Castro auf Kuba die Macht ergreift, Asterix seine ersten Römer verhaut und Günter Grass die „Blechtrommel“ schlägt. Ein turbulentes Umfeld also, in das die DWS nahezu auf den Tag genau zehn Jahre nach der Verkündung des Grundgesetzes ihren ersten globalen Aktienfonds Intervest auf Performance–Suche schickt. Die Deutsche–Bank–Tochter ist damals gerade drei Jahre alt und verwaltet ausschließlich den deutschen Aktienfonds Investa. Doch der Neue trifft rasch auf Zuspruch: Nach nur sechs Wochen sind 790.000 Anteile im Wert von 68 Millionen Mark abgesetzt. Auch der Wertzuwachs kann sich mit einem stattlichen Plus von 117 Prozent für die ersten zehn Jahre sehen lassen.

Dann jedoch beginnen die mageren Siebziger, DWS–Sparer vertrauen eher Rentenfonds und dem etwas konservativer aufgestellten Akkumula ihr Geld an. Mit dem DWS Vermögensbildungsfonds I kommt überdies eine weitere interne Alternative hinzu. Bis heute steht der Intervest mit einem Volumen von 360 Millionen Euro etwas im Schatten der beiden jüngeren, aber deutlich größeren Brüder.

Obwohl er sich keinesfalls hinter ihnen und dem Rest der Konkurrenz verstecken muss: In längerfristigen Vergleichen schneidet der Intervest fast durchweg besser ab als der Vergleichsindex MSCI World und der Durchschnitt der global anlegenden Aktienfonds. Im Jubiläumsjahr 2009 kam er überdies deutlich besser aus den Startlöchern als der Akkumula und der DWS Vermögensbildungsfonds I von DWS–Aktienchef Klaus Kaldemorgen.

Sentiment–Indikatoren spielen eine große Rolle

„Der Intervest ist eine Spur offensiver ausgerichtet als die beiden anderen Fonds und kann aufgrund seines niedrigeren Volumens auch etwas flexibler agieren“, sagt Marc–Alexander Kniess, der den Intervest im Herbst 2005 von Kaldemorgen übernommen hat. Darüber hinaus achtet Kniess stark auf Sentiment–Indikatoren, die Aufschluss über die jeweilige Stimmung der Marktteilnehmer geben. Deshalb war er schnell zur Stelle, als Anfang März 2009 erste Signale einer Trendwende die Runde machten. Er reduzierte den zwischenzeitlich auf fast 20 Prozent gewachsenen Kassenanteil und investierte insbesondere in zyklische Titel aus den Bereichen Industrie, Grundstoffe, Energie und Informationstechnologie. Zudem mischte er dem Portfolio bereits frühzeitig Calls auf den S&P–Bankenindex bei.

Was das große Gesamtbild betrifft, so unterscheidet sich der Intervest jedoch nicht gravierend vom DWS Vermögensbildungsfonds I, für den Kniess als Co–Manager fungiert. Ähnlich wie Kaldemorgen schätzt der gebürtige Hamburger Energiemultis wie Royal Dutch Shell, Total oder Gazprom sowie ganz allgemein „Aktien von Qualitätsunternehmen mit intaktem Geschäftsmodell, guter Marktstellung und ohne Refinanzierungsprobleme“.

Goldaktien, im DWS Vermögensbildungsfonds I kaum vertreten, gewichtet er im Intervest allerdings deutlich höher – unter anderem, weil er mittelfristig mit einem eher schwächeren Dollar rechnet. Zeitweise waren deshalb im Jubiläumsjahr sämtliche Bestände in US–Titeln währungsgesichert. Eine Position, die übrigens beim Intervest wie in den meisten anderen globalen Portfolios der DWS im Vergleich zum Index meist deutlich untergewichtet ist: Mitte 2009 beispielsweise hatte Kniess gerade einmal 27 Prozent des Fondsvermögens an der Wall Street investiert gegenüber 47 Prozent im MSCI World.

Mit eigenen Ideen vom Manager-Übervater Kaldemorgen emanzipiert

Alles in allem bietet der Intervest auch im 51. Jahr seines Bestehens gute Chancen, im Vergleich zum Gros der direkten Konkurrenzprodukte besser abzuschneiden – zumal sich Verwalter Kniess längst erfolgreich mit eigenen Ideen von seinem langjährigen Manager–Übervater Klaus Kaldemorgen emanzipiert hat. Das dokumentiert nicht zuletzt die zunehmende Wertschätzung personenbezogener Ratinghäuser: Sauren Fonds–Research etwa verlieh Kniess im Herbst 2008 zum ersten Mal eine von maximal drei möglichen Goldmedaillen, und die Analysten von Citywire in London stuften ihr Rating mittlerweile sogar auf die Höchstnote AAA herauf.