FT Life-Invest: Gestatten, mein Name ist FSM
Auf eines dürfen Anleger beim FT Life-Invest von Frankfurt-Trust nicht schauen: auf die Ergebnisse der Vergangenheit. Denn die sind, obwohl in den Statistiken der gängigen Datenbanken noch vorhanden, seit dem 1. April 2009 obsolet. An diesem Tag übernahmen Martin Sachsenmaier und Sasa Todorovic das Kommando über den zehn Jahre zuvor als Altersvorsorge-Sondervermögen gestarteten Fonds und krempelten ihn vollständig um.
Die Vorgabe, dass immer mindestens 50 Prozent des Portfolios in Eurolandaktien investiert sein müssen, gilt seither nicht mehr. Statt dessen installierte das neue Führungs-Duo ein selbstentwickeltes Asset-Allocation-Modell, von dem es sich deutlich stetigere Ergebnisse erhofft als in der Vergangenheit. Sein Name: FSM, abgeleitet von den drei Schlagworten Fundamentals, Sentiment und Markttrend.
Größere Verlustphasen sollen unbedingt vermieden werden
Die Motivation, ein solches Modell zu entwickeln, entsprang wie bei vielen anderen Investmenthäusern den Erfahrungen der Jahre 2000 bis 2003. „Nach dem Platzen der Internetblase ist die Zahl der Kunden, die für ihr Vermögen ausdrücklich eine aktiv gesteuerte Asset Allocation wollen, deutlich gestiegen“, sagt Sachsenmaier. Und auch die erste Grundüberlegung ähnelt der anderer Mitbewerber, wie Todorovic ergänzt: „Wer langfristig eine attraktive Rendite erzielen will, muss vor allem größere Verlustphasen vermeiden.“
Zu diesem Zweck schichten die beiden Frankfurt-Trust-Manager ihr Portfolio immer dann, wenn ihnen Aktien im Vergleich zu Renten unattraktiv erscheinen, nach exakt definierten Regeln in auf Euro lautende Staatsanleihen um. Im Extremfall können sie dabei sogar über Derivate an fallenden Aktienkursen verdienen - allerdings nur mit maximal 10 Prozent des Fondsvermögens.
Wann Aktien unattraktiv sind, machen Sachsenmaier und Todorovic an den drei namensgebenden Faktoren fest. Dabei bilden die Fundamentaldaten der börsennotierten Euroland-Unternehmen und das Sentiment, also die Stimmung der Anleger, eine Einheit. „Für ein neutrales Marktszenario vergeben wir jeweils eine Null, ein positives Umfeld bekommt die Note 1 und ein negatives Umfeld die Note minus 1“, erläutert Sachsenmaier. Zum vorläufigen Ergebnis, das in der Summe nur Null, 1 oder minus 1 lauten kann, addieren er und Todorovic eine entsprechende Kennzahl für die technische Verfassung der Aktienmärkte hinzu.
Die Aktienquote beträgt maximal 50 Prozent
Somit reicht die mögliche Bandbreite des die Asset Allocation bestimmenden Signals von plus 2 bis minus 2. „Steht am Ende eine Null, sind wir zu 80 Prozent in Renten investiert und zu 20 Prozent in Aktien“, fährt Sachsenmaier fort. Bei minus 1 sinke der Aktienanteil auf 5 Prozent, beim Signal minus 2 auf die bereits erwähnten minus 10 Prozent. Umgekehrt stehe plus 1 für eine Aktienquote von 35 Prozent und plus 2 für 50 Prozent. Mehr ist nicht vorgesehen, um Todorovic zufolge die Gefahr eines zwischenzeitlichen Verlustes auf ein Minimum zu reduzieren.
Die bisher in der Simulation und seit August 2008 im Spezialfondsgeschäft erzielten Ergebnisse stimmen die beiden Manager zuversichtlich, auch künftig Renditen zwischen 7 und 9 Prozent pro Jahr zu erzielen. „Der Durchschnitt seit 1999 liegt bei 7,8 Prozent“, sagt Todorovic. Dabei habe FSM jedes einzelne Kalenderjahr positiv abgeschlossen – im Katastrophenjahr 2008 beispielsweise mit 7,4 Prozent.
Das hat in den vergangenen Monaten viele institutionelle Anleger überzeugt, ihr Geld künftig nach der FSM-Methode verwalten zu lassen. Das Mitte 2009 erreichte Volumen von einer Milliarde Euro ist aber möglicherweise nur der Anfang. Sachsenmaier: „Viele unserer Gesprächspartner wollen angesichts der wieder anziehenden Aktienmärkte zumindest einen Teil der 2008 erlittenen Verluste aufholen und erst dann wechseln.“
