04.09.2009 10:15
Fondsligisten, Merck, Intern, Fondsporträt

Merck Finck Vario Aktien Renten UI: Mal trendy, mal antizyklisch

„Best of Two“ nennt die Münchner Privatbank Merck Finck & Co. das Konzept, das ihrem gemeinsam mit Universal Investment platzierten Mischfonds Merck Finck Vario Aktien Renten UI zugrunde liegt. Der Name ist gleich in doppelter Hinsicht Programm: Zum einen beschreibt er das Ziel, möglichst immer im „besseren“ der beiden abgedeckten Anlagesegmente vertreten zu sein. Zum anderen steht er aber auch für eine möglichst gewinnbringende Kombination zweier grundverschiedener Strategien.

Aber der Reihe nach: „Best of Two“ ist ein von der Beratungsgesellschaft Alpha Portfolio Advisors in Bad Soden entwickeltes quantitatives System, das völlig prognosefrei die jeweilige Asset Allocation eines Portfolios bestimmt und diese einmal pro Monat an das veränderte Marktumfeld anpasst. Dabei wird die Anlageklasse Aktien durch den Euro Stoxx 50 repräsentiert, die Welt der Anleihen durch den Rentenindex iBoxx Sovereign Eurozone.

Zwölf trendfolgende Umschichtungen pro Kalenderjahr ...

Machen beide Depotbausteine anfangs exakt 50 Prozent des Portfolios aus, so berücksichtigt das System im Laufe der Monate immer stärker jene Seite, die sich relativ zur anderen besser entwickelt hat – bis zur rechnerisch möglichen Höchstgrenze von 100 Prozent. In welchem Umfang dabei an den zwölf Stichtagen eines Kalenderjahres umgeschichtet wird, richtet sich nach der Optionspreistheorie des amerikanischen Finanzmathematikers und Derivate–Spezialisten William Margrabe.

... und regelmäßiges Rebalancing als antizyklischer Gegenpol

Agiert Merck–Finck–Manager Jürgen Böhlen bis zu diesem Punkt klar trendfolgend und prozyklisch, so baut er am Jahresende als Gegenpol ein antizyklisches Element ein. „Zum Stichtag 31. Dezember stellen wir die ursprüngliche Gewichtung der beiden Anlageklassen wieder her“, erläutert er. Vorhandene Gewinne im besser gelaufenen Markt würden so automatisch mitgenommen, zudem eröffne das Rebalancing die Chance, von einer Gegenbewegung der schlechter abschneidenden Anlageklasse zu profitieren.

Zwar existiert der Merck Finck Vario Aktien Renten UI erst seit Oktober 2005, doch die bisherigen Ergebnisse können sich durchaus sehen lassen. Bis Ende August 2009 stieg der Anteilspreis um 18 Prozent, während der Euro Stoxx 50 rund 7 Prozent an Wert verlor. Noch beeindruckender lesen sich allerdings länger zurückreichende Vergleiche, die Merck Finck bis 1975 angestellt hat: So verzeichnete ein nach dem „Best–of–Two“–Konzept verwaltetes Portfolio seither lediglich in sieben von 34 Kalenderjahren einen Verlust, der maximal eine Größenordnung von 7,59 Prozent erreichte (jeweils 1990 und 1994). Das für viele reinrassige Aktienfonds besonders schwierige Kalenderjahr 2008 beendete der Merck Finck Vario Aktien Renten UI mit einem zu vernachlässigenden Minus von 0,69 Prozent.