01.09.2009 18:21
Fondsligisten, Schroder, Intern, Fondsporträt

Schroder European Special Situations: Ein Fonds für besondere Fälle

Herbst 2005: Mit Zafar Ahmadullah und Adriaan de Mol van Otterloo, die sich mit einer eigenen Fondsboutique selbstständig machen, verliert die britische Investmentgesellschaft Schroders zwei ihrer fähigsten Manager für den Bereich Europäische Aktien. Adäquater Ersatz lässt jedoch nicht lange auf sich warten; neben zwei weiteren Neuverpflichtungen geht bereits im November des selben Jahres Leon Howard-Spink an Bord. Der vom Londoner City-Konkurrenten Jupiter abgeworbene Manager übernimmt den zuvor von de Mol van Otterloo betreuten Schroder Euro Active Value und darüber hinaus wenig später den im März 2006 aufgelegten Schroder European Special Situations.

Überzeugende Ergebnisse mit früherem Erfolgsfonds

Der Start des neuen Fonds erfolgt nicht ohne besonderen Hintergrund: Vor seinem Wechsel zu Schroders managte Howard-Spink vier Jahre lang den Jupiter European Special Situations und ließ in diesem Zeitraum seinen Vergleichsindex MSCI Europe deutlich hinter sich. In den dreieinhalb Jahren seit seiner Auflegung konnte sich der Schroder European Special Situations zwar noch nicht ähnlich stark in Szene setzen, qualitative Fondsanalysten halten dennoch große Stücke auf Howard-Spink: Von Morningstar in Großbritannien bekam er die zweitbeste Wertungsnote „Gut“, von Citywire immerhin ein A, und Standard & Poor’s hob das Rating im Juni sogar von A auf AA an.

Howard-Spink versteht sich als wachstumsorientierter Stockpicker, achtet aber aus Gründen der Risikostreuung dennoch auf einen ausgewogenen Länder-, Branchen- und Größen-Mix seines Portfolios. Als interessant erachtet er vor allem Markt- oder Technologieführer, die ein überzeugendes Geschäftsmodell, hohe Wachstumsraten und stabile Cashflows aufweisen. Der Bezeichnung „Special Situations“ wird er dadurch gerecht, dass er zu einem Teil Aktien von Unternehmen beimischt, deren Kultur, Management oder Geschäftsfelder einem von ihm als positiv erachteten Wandel unterworfen sind.

Mischung aus defensiven Konzernen und wachstumsstarken Newcomern

In der Regel hält Howard-Spink zwischen 50 und 70 Einzelaktien. In der Finanzkrise sortierte er allerdings, statt wie manche Konkurrenten diese Zahl anzuheben, einen Teil davon aus und konzentrierte sich statt dessen auf defensive Titel wie den Schweizer Nahrungsmittel-Multi Nestlé oder den Pharma-Riesen Roche. Daneben gehören aber auch regelmäßig kleinere, eher unbekannte Titel wie die französische Prüf- und Zertifizierungsgesellschaft Bureau Veritas oder der spanische Kasinobetreiber Teleferico Del Pico De Teide zu den Top Ten des Portfolios.