Smart-Invest Superfonds AR: Mit Fallschirm in die Angst- und Giermärkte
„Aktien sind langfristig die rentabelste Anlageform“, sagt der Stuttgarter Vermögensverwalter Arne Sand, schiebt aber gleich eine provozierende Frage hinterher: „Was tun, wenn der Kunde keine 100 Jahre Anlagehorizont hat?“
Zur Untermauerung dieser Frage rechnet Sand vor: „Um einen Verlust von 50 Prozent wettzumachen, muss eine Anlage um 100 Prozent steigen. Ist sie vorher um 70 Prozent gefallen, sind es bereits 333 Prozent.“ In fünf oder zehn Jahren, im allgemeinen Sprachgebrauch noch immer das gängige Maß für eine langfristige Anlage, sei das nur schwerlich wieder aufzuholen.
Das Motto: Zur richtigen Zeit im richtigen Markt
Damit seine Kunden die Chancen, die Aktieninvestments zweifellos bieten, dennoch nutzen können, hat Sand mit seinem Partner Max Schott schon vor Jahren ein System entwickelt, das langfristige Abwärtstrends an den Börsen weitgehend umgehen soll, deren Aufwärtstrends aber gleichwohl mitnimmt. „Select markets at the right time“ lautet dabei das im besten Wortsinn clevere Motto - Smart-Invest war geboren. Die aus einer Abspaltung der Vermögensverwaltung Sand und Schott GmbH entstandene Gesellschaft berät heute sechs Fonds mit einem Volumen von mehr als 300 Millionen Euro.
Der im Juli 2006 aufgelegte Smart-Invest Superfonds AR ist der drittälteste Fonds der Reihe und funktioniert nach ähnlichen Grundsätzen wie der bereits Mitte 2002 gestartete und ebenfalls als Dachfonds konzipierte Smart-Invest Helios AR. Dabei wählt der Computer nach verschiedenen Momentumansätzen potenzielle Zielfonds aus, die eine möglichst hohe relative Stärke aufweisen. Um Datenfehler und Fehlsignale zu vermeiden, stellen Sand und Schott das endgültige Portfolio allerdings erst nach einer manuellen Prüfung zusammen.
Jeder Fonds erhält eine dynamische Stopp-Loss-Marke, deren Durchbrechen in aller Regel zum Verkauf führt. Dasselbe passiert, wenn in einem der ausgewählten Märkte ein einmal identifizierter Aufwärtstrend abreißt. Die Aktienquote kann zwischen Null und 100 Prozent schwanken, Short-Positionen sind aber tabu. Nicht in Aktienfonds investierte Gelder parken Sand und Schott meist am Geldmarkt. Weil sie dies fast das ganze Jahr 2008 über taten, konnten sie die Verluste in diesem Zeitraum auf weniger als 6 Prozent begrenzen.
Bevorzugte Zielfonds investieren in Schwellenländern oder Nebenmärkten
Der Schwerpunkt liegt bei beiden Produkten auf Schwellenländer-, Nebenwerte- und Branchenfonds, weil Sand zufolge in diesen „Angst- und Giermärkten“ Trends meist ausgeprägter verlaufen als an den etablierten Börsen. Der Smart-Invest Superfonds AR kauft allerdings grundsätzlich etwas aggressiver ausgerichtete Zielfonds als der Smart-Invest Helios AR und versucht zudem, Markttrends etwas länger zu spielen.
Regionale Obergrenzen gibt es dabei nicht, im Prinzip kann - entsprechende Signale vorausgesetzt - nahezu das gesamte Portfolio des Smart-Invest Superfonds AR aus Asien- oder Osteuropa-Fonds bestehen. Vereinzelt peppen auch Einzelaktien das Portfolio auf. Die Zielrendite liegt bei 15 Prozent, das Rückschlagspotenzial soll 20 Prozent nach Möglichkeit nicht übersteigen.
Sowohl Arne Sand als auch Max Schott sind eigenen Angaben zufolge mit eigenem Geld im Smart-Invest Superfonds AR investiert und verfügen über eine Börsenerfahrung von 25 beziehungsweise 22 Jahren.
