Top Ten Classic: Eine Brücke in den Aktienmarkt
Die Beweggründe, die im Sommer 1999 zur Auflage dieses sowohl in Aktien- als auch in Rentenfonds anlegenden Dachfonds führten, könnten aktueller nicht sein. „Wir haben damals für unsere Berater ein Basisinvestment gesucht, das flexibel auf die Veränderungen an den Kapitalmärkten reagiert“, sagt Max Zellhuber.
Der eigenen Angaben zufolge lange Jahre umsatzstärkste Vertriebspartner von Dr. Jung und Partner in München hatte 1997 mit neun Mitstreitern den Nürnberger Finanzdienstleister Top Ten gegründet, dem heute bundesweit rund 200 selbstständige Makler angeschlossen sind. Damals waren Dachfonds in Deutschland noch verboten; Top Ten gehörte 1999 zu den ersten Gesellschaften, die die neuen Freiheiten des ein Jahr zuvor in Kraft getretenen Dritten Finanzmarktförderungsgesetzes nutzten.
Typische Anfangsfehler führen zu einer Zäsur
Aufgelegt ist der Allrounder bei der Oppenheim Fonds Trust GmbH, doch Zellhuber fungiert von Anfang an als Berater und gibt die Anlageentscheidungen vor. „Zu Beginn haben wir natürlich denselben Fehler gemacht wie fast alle anderen Anbieter und haben uns auf die Auswahl der besten Einzelfonds konzentriert“, blickt der 49jährige Diplom-Betriebswirt zurück. Das Ergebnis: Nach dem Platzen der Internetblase im Frühjahr 2000 fiel der Anteilspreis von seinem Höchststand bis März 2003 um fast 50 Prozent – für Zellhuber Anlass zu einer Zäsur.
„Die Ereignisse damals haben uns klargemacht, dass der Buy-and-Hold-Gedanke bei Aktien nicht automatisch zum Erfolg führt“, sagt er. Seither vertraut er einem selbst entwickelten Indikatorenmodell, das ähnlich massive Abstürze durch rechtzeitiges Umschichten in risikoärmere Anlageklassen verhindern soll. Dessen Feuerprobe kam im Herbst 2008, und auch wenn der Top Ten Classic das vergangene Jahr mit einem Minus von 18 Prozent abschloss, darf sie als bestanden gelten: Der MSCI Weltindex verlor im selben Zeitraum 39 Prozent an Wert.
Zwar lassen die Anlagebedingungen des Top Ten Classic einen abrupten Wechsel von einem 100prozentigen Aktien- zu einem ausschließlichen Geldmarktinvestment zu, in der Praxis erfolgt die Anpassung jedoch meist über einen längeren Zeitraum und in mehreren Schritten. „Wir definieren für jeden Zielfonds ein individuelles Risikobudget und halten ihn so lange, bis dieses Budget ausgeschöpft ist“, beschreibt Zellhuber seine Vorgehensweise. Eine vom System signalisierte Verkaufsentscheidung setzt er jedoch unverzüglich und konsequent um. Gemäß dieser Strategie sank der Aktienanteil des Top Ten Classic im Krisenjahr 2008 von 78 Prozent im Januar über 30 Prozent im Juni bis auf null Prozent Ende Oktober.
Anlegern in der Liquiditätsfalle die Einstiegsangst nehmen
Dass er die Anfänge des fünf Monate später einsetzenden Aufschwungs verpasst hat, trägt Zellhuber mit Fassung: „Das wird uns bei unserem Ansatz immer wieder passieren.“ Eine Alternative zu seinem Weg sieht Zellhuber allerdings nicht. „Alles andere ist dem Endkunden nicht vermittelbar“, lautet seine Überzeugung. Dieser bleibe, statt einen reinrassigen Aktienfonds zu kaufen, dem Markt in kritischen Situationen lieber ganz fern und verpasse dadurch regelmäßig die stärksten Anstiege – wie es auch 2009 zu beobachten gewesen sei.
Deshalb rechnet Zellhuber auch über kurz oder lang mit verstärkter Nachfrage nach seinem Fonds: „Viele Anleger sitzen in der Liquiditätsfalle, sie sehen sich nach Auslaufen ihrer Festgelder einer völlig veränderten Zinslandschaft gegenüber und werden mit den dann deutlich schlechteren Konditionen die stark aufkommende Inflation nicht mehr annähernd ausgleichen können.“ Ein flexibles, sachwertunterlegtes Investment wie der Top Ten Classic werde dann gefragter sein denn je.
