So funktioniert die Fondsliga
1. Wer wird Deutscher Fondsmeister?
Die Deutsche Fondsmeisterschaft läuft parallel zur 47. Saison der Fußball–Bundesliga. Sieger des Wettbewerbs ist folglich jener Fonds, der im Zeitraum vom 7. August 2009 bis zum 7. Mai 2010 (dem letzten Börsentag vor dem Bundesliga–Finale) die beste Performance erzielt. Die Berechnung der Wertentwicklung erfolgt in Euro, etwaige Ausschüttungen werden berücksichtigt.
2. Welche Fonds spielen mit?
Dabei sein können grundsätzlich alle Angebote aus den Kategorien „Aktienfonds Europa“, „Aktienfonds Global“ und „Mischfonds Flexibel“, wobei die Teilnehmerzahl analog zur Fußball–Bundesliga auf 18 Teams begrenzt ist. Die Redaktion hat diese drei Kategorien ausgewählt, weil sie der Meinung ist, dass Aktienfonds (einschließlich Aktien–Dachfonds) nach wie vor einen festen Platz in der Asset Allocation eines jeden Anlegers verdienen und dass in dieser Anlageklasse breit aufgestellte europäische oder globale Produkte zur Grundausstattung gehören. Auf der anderen Seite gewinnen vermögensverwaltende Managementkonzepte, die ihre Aktienquote je nach Markteinschätzung variieren können, mehr und mehr an Bedeutung. Als „flexibel“ gilt ein Mischfonds, wenn die Manager die Aktienquote um mindestens 40 Prozentpunkte nach oben oder unten anpassen können.
Eine weitere Bedingung ist, dass der Manager des teilnehmenden Fonds Fußball–Fan ist und im Rahmen des Wettbewerbs außer zu Anlagethemen auch für Fragen rund um dieses Thema zur Verfügung steht.
Jede am deutschen Markt vertretene Investmentgesellschaft kann maximal einen Fonds ins Rennen schicken. Die Entscheidung darüber, welcher Fonds das ist, liegt unter Berücksichtigung der zuvor genannten Punkte bei der jeweiligen Gesellschaft.
Sollte es mehr als 18 Interessenten für eine Teilnahme geben, so erfolgt die Aufnahme nach der Höhe des insgesamt verwalteten Vermögens der Gesellschaft.
3. Wie sinnvoll ist es, Fonds aus unterschiedlichen Anlagekategorien gegeneinander antreten zu lassen?
Über diese Frage lässt sich sicher trefflich streiten. Die Alternative wäre gewesen, die Deutsche Fondsliga ausschließlich auf eine der drei zugelassenen Kategorien zu begrenzen – was in jedem Fall dazu geführt hätte, dass der eine oder andere prominente und interessante Fonds per Definition nicht hätte dabei sein können. Letztlich erhöht zudem die Mischung den Reiz des Wettbewerbs, weil sie eine weitere Brücke zum Thema Fußball schlägt: In der Bundesliga treffen schließlich ebenfalls so unterschiedliche Vereine wie Bayern München und Mainz 05 aufeinander, und jeder kann jeden schlagen. Auch deshalb schauen jede Woche 40 Millionen Fans hin.
Wer dennoch auf eine strikte Trennung der Anlageklassen Wert legt, findet diese in der Einzelwertung: DAS INVESTMENT erstellt parallel zur wöchentlich aktualisierten Tabelle aller 18 Fondsligisten eine interne Wertung für die mitspielenden Globalfonds, Europafonds und Mischfonds, so dass es am Ende des Wettbewerbs auch jeweils einen Meister für die drei Teilbereiche gibt.
4. Warum fehlen in der Liste der Teilnehmer einige prominente Namen wie Fidelity, Franklin Templeton, Union Investment oder Carmignac?
Fonds wie Fidelity European Growth, Templeton Growth, Uniglobal oder Carmignac Investissement gehören wie einige weitere Klassiker (Akkumula, Blackrock Global Allocation, FMM–Fonds etc.) zweifellos zu den bekanntesten und langfristig auch leistungsstärksten Investmentfonds mit deutscher Vertriebszulassung. Das allein macht sie jedoch nicht zu prädestinierten Mitgliedern der Deutschen Fondsliga. Managern wie Edouard Carmignac, Jens Ehrhardt oder Cynthia Sweeting etwa fehlt es an einer Beziehung zum Leitmotiv Fußball, andere Gesellschaften wiederum zeigten sich aus grundsätzlichen Erwägungen heraus nicht an einer Teilnahme interessiert. Das in diesem Zusammenhang am häufigsten gebrauchte Argument: Die Fondsanlage sei viel zu wichtig, um in einem Atemzug mit einem „Spaß– und Freizeitthema“ wie der Fußball–Bundesliga genannt zu werden.
Eingefleischte Fans sehen das selbstverständlich völlig anders und fühlen sich durch ein berühmtes Zitat des schottischen Nationalspielers und Trainers Bill Shankly bestätigt („Es gibt Leute, die halten Fußball für eine Frage von Leben und Tod. Ich versichere Ihnen, dass es noch sehr viel ernster ist als das.“) DAS INVESTMENT rät beiden Seiten zu mehr Gelassenheit: Fußball ist Fußball und Fonds sind Fonds, doch das ist noch lange kein Grund, beides strikt voneinander zu trennen. Schon gar nicht in Zeiten, in denen einer aktuellen Umfrage von Axa Investment Managers zufolge lediglich 30 Prozent aller Deutschen wissen, dass ihr in Investmentfonds angelegtes Vermögen anders als Bankeinlagen oder Zertifikate vor einem Konkurs des Anbieters geschützt ist. Sollte es mit Hilfe der Fondsliga gelingen, auch nur einen einzigen verunsicherten Anleger spielerisch an das zweifellos wichtige Thema Investmentfonds heranzuführen, hat sich der Wettbewerb bereits gelohnt.
Von dieser Diskussion völlig losgelöst gilt Folgendes: Die Redaktion von DAS INVESTMENT hat sich eingehend mit den Strategien und Konzepten der 18 Teilnehmerfonds beschäftigt und hält jeden einzelnen davon für eine potenziell interessante Anlage. Auf Sicht der kommenden neun Monate, aber auch mittel– und langfristig und unabhängig davon, ob es am 8. Mai 2010 zum Titel des Deutschen Fondsmeisters reicht oder nicht.
5. Gibt es am Ende der Saison wie in der Fußball–Bundesliga auch Absteiger?
Die Qualifikation für die Saison 2010/2011 verläuft wie in Punkt 2 beschrieben. Grundsätzlich gilt allerdings: Gesellschaften, die mit ihrem Fonds einen der Plätze 1 bis 8 belegen, sind - sofern sie dies möchten - automatisch gesetzt. Dasselbe gilt für die Meister der drei Teilbereiche Aktien Global, Aktien Europa und Mischfonds Flexibel.
